VOM SÄNTIS MALT ZUM WHISKYTREK

 

Glück & Neugier
Im Jahre 1998 stellte sich Karl Locher, Inhaber der Brauerei Locher AG, die Frage, wie man es möglich machen könnte, an die Aromen und Bierextrakte alter Fässer heranzukommen. Solche 60 bis über 120 Jahre alten Bierfässer seiner Vorfahren hatte er nämlich bei einem Umbauprojekt fast schon zufällig wiederentdeckt. Karl Locher, der in fünfter Generation den Familienbetrieb leitet, wusste auch, dass im Jahr 1999 ein altes Gesetz aus dem Zweiten Weltkrieg geändert werden würde, welches den Schweizern verbot, aus dem Grundnahrungsmittel Gerste einen Brand herzustellen.

 

Tradition & Innovation
Bei den Bierfässern handelt es sich um alte Eichenholzfässer mit denen das Bier bis Anfang der 70er Jahre in die Gasthäuser transportiert wurde. Das innere der Fässer wurde aus hygienischen Gründen gepicht, mit einer harzartigen Schicht ausgekleidet. Dies geschah auch, damit die Kohlensäure nicht durch die Poren entweichen konnte und das Bier nicht nach Holz schmeckte. Obwohl die Fässer regelmässig nachgepicht wurden, gab es in dieser Harzschicht Risse und so gelangte während Jahrzehnten immer wiederein wenig Bier in die Holzdauben. Das Wasser verdunstete und im Holz sammelte sich Malzextrakt an. Genau dieses Malzextrakt verleiht dem Säntis Malt Whisky seine einzigartige Note und gibt uralte Bier-Erinnerungen weiter. Dazu ist das Wechselspiel zwischen Holz und Destillat nötig. Deshalb wurde die Harzschicht entfernt und erst dann das erste Gerstendestillat eingefüllt.

 

Säntis Malt
Der Idee eines einzelnen Mannes ist es also zu verdanken, dass die harte Arbeit und die Errungenschaften seiner Ahnen wieder zum Leben erweckt wurden und dass wir heute einen Whisky produzieren,der viel prämiert und einzigartig auf der Welt ist.

 

Erfolg & Folgen
Schneller als gedacht hat sich der Säntis Malt einen Namen gemacht. Und so kam es, dass auch die 27 Appenzeller Berggastwirte den Säntis Malt an ihre Gäste ausschenken wollten. Während sich die meisten damit begnügten, war es wiederum der «Gwonder»(= Neugier) eines Appenzellers, der noch etwas Spezielleres wollte. Sepp Manser, der Wirt des Berggasthauses Meglisalp, hatte sich informiert und so erfahren, dass es immer mal wieder Sonder-Editionen mit Säntis Malt Whisky aus speziellen Fässern gab. Darum fragte er an, ob er nicht so einen einmalig gelagerten Whisky für sein Berggasthaus haben könnte. Bei der Brauerei Locher AG war man schon immer offen für neue Ideen und so kam es, dass das Berggasthaus Meglisalp im Sommer 2012 seinen eigenen und einzigartigen Whisky ausschenken konnte. Und was alles andere als eine Schnapsidee war, wurde zu einem unerwartet grossen Erfolg.

 

Der Weg ist das Ziel
Beflügelt von der grossen Nachfrage in der Meglisalp, kam man ins Nachdenken – sowohl seitens der Brauerei Locher AG als auch bei Bergwirt Sepp Manser. Darum setzte man sich zusammen und überlegte, wie man die Erfolgsgeschichte im Berggasthaus Meglisalp zu einer Erfolgsgeschichte des ganzen Alpsteins und somit des Appenzeller Bergwirtevereins machen könnte. Denn im Appenzell weiss man schon lange, dass es jedem Einzelnen besser geht, wenn es allen zusammen gut geht – und somit war die Idee zum Whiskytrek geboren.